Diskussionsveranstaltung mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer

Viola von Cramon und Landwirtschaftsminister Christian Meyer

Viola von Cramon und Landwirtschaftsminister Christian Meyer

Landwirtschaftsminister Christian Meyer besuchte am 14.04.2014 Duderstadt um gemeinsam mit der Bürgermeisterkandidatin, Viola von Cramon, mit den ca. 60 Gästen ins Gespräch zu kommen.
Es war eine Debatte auf hohem Niveau, bei der wirklich ein breites Spektrum an Fragen aus der Landwirtschaft und dem Verbraucherschutz behandelt wurden. Angefangen von der neustrukturierten EU-Agrarpolitik und den Auswirkungen für die Landwirte vor Ort, die neuen Angebote bei Agrar-Umweltschutzmaßnahmen, die höheren Zuschüsse im Bio-Landbau, viele, viele Fragen zur Tierhaltung. Gerade da knüpft Minister mit all seinen Maßnahmen an, die zuvor vom CDU-Minister Lindemann ausgearbeitet wurden. Insbesondere der Nord-Westen Niedersachsens muss dringend auch bezüglich der Gewässerreinhaltung und des Trinkwasserschutztes eine Deckelung beim Ausbau der Tierkapazitäten erfahren. Diese Strukturen sind schon lange nicht mehr tragbar. Die Nachbarn aus den Niederlanden haben bereits vor einigen Jahren ihre Kapazität zurück gefahren.
Ähnliches wurde für den Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft diskutiert. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, die Vergütung für Tierärzte in der Landwirtschaft an der Menge der verschriebenen Medikamente auszurichten – hier brauchen wir dringend ein anderes Vergütungssystem. In Deutschland wird derzeit ein Kilo Fleisch mit dem höchsten durchschnittlichen Antibiotika-Einsatz produziert. Dieses Antibiotika geht anschließend ins Grundwasser und verursacht häufig Resistenzen, die zu Problemen bei der Keimbehandlung in Krankenhäusern führen. Insgesamt kommen wir auf eine Menge von knapp 1.800 t Antibiotika in der Tierhaltung/Jahr. (Rund 500 t werden im Postleitzahlbezirk 49… verschrieben.) Während Dänen und Niederlanden ihre unlängst noch hohen Verbräuche drastisch gesenkt haben, wird bei uns nach wie vor noch viel zu viel verschrieben.
Selbstkritik übte der Minister jedoch auch an einigen überambitionierten EU-Vorschriften, wie zum Beispiel der Verordnung für die Schlachthäuser, die einen großen Teil der regionalen und handwerklichen Schlachtkapazitäten vernichtet hat. Landwirte bemängelten, dass in der EU häufig von regionaler Wertschöpfung gesprochen werde, die Politik aber zu immer größeren Einheiten führe, was politisch eigentlich nicht gewollt sei.

Updated: 30. April 2014 — 23:43
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